Freitag, 4. November 2011

14. Tag / 28OCT Serengeti

8.00 Uhr Aufbruch von der luxuriösen Lodge...die übrigens wunderschön um einen bzw. mehrere dieser riesigen runden in die Serengeti eingestreuten Felsen erbaut wurde, mit viel Holz und im 70er Jahre Stil (laut meinem Guide erbaut & designed von einem Deutschen -  dann übernommen von der tansanischen Regierung und jetzt geführt von einem Inder) und Pool mit Blick über Serengeti. Schade dass ich mal wieder nicht noch ein bisschen länger bleiben durfte, aber die Serengeti ruft !
Die Serengeti ist 14763 m2 gross – im Gegensatz zur Masai Mara mit ihren 1500m2 also riesig. Im Vergleich wirkt die Masai Mara wie ein grosser „Drive In Zoo“ – relativ viele Besucher auf relativ kleinem Raum, man sieht jedoch sehr viele Tiere. Gut für einen ersten Überblick.
Die richtige „Action“ findet jedoch in der Serengeti statt – hier ist es viel authentischer, größer, naturnaher, immense Konzentration an Grosskatzen und man kann die Tiere viel eher „im Einsatz“ beim Jagen und ihrem Lebensrhythmus beobachten.
Allerdings – bedingt durch die Größe – muss man ein bisschen mehr Zeit mitbringen und fährt etwas mehr, aber es lohnt sich ! Die Serengeti ist – je nachdem, wo man sich aufhält – landschaftlich sehr unterschiedlich, von baumbestandenen Flüssen (mit Hippos) über Savanne bis hin zu Hügelketten und eingestreuten Felslandschaften ist alles geboten.
Mein persönliches Serengeti Highlight: die Leoparden. Gleich am Anfang der Pirschfahrt auf eine Leopardendame gestossen, die uns zu ihren Jungen (ca. 3 Wochen alt) geführt hat und denen wir beim Balgen und Spielen aus nächster Nähe zusehen durfte. Soooo goldig !!! Wie unsere Katzen zuhause J. Im Lauf des Tages dann noch 2 Leoparden auf einem Baum und noch einen Leopard bei Herumstromern gesichtet – eine Tagesausbeute von 6 Leoparden ist wirklich nicht schlecht, oder ?
Ausserdem gabs dasselbe noch in Löwenvariante – Löwenrudel mit spielenden Löwenbabies -, mit Hippos (Babyhippos), Warthogs (winzig kleine Warzenschweinjunge, aber schon mit dem charakteristisch aufgestellten Schwanz wie ein Fähnchen) und Hyänen (doch, auch die Hyänenjungen waren in ihrer Unbeholfenheit und Tapsigkeit putzig).
Gegen 17 Uhr in der „Lobo Wildlife Lodge“ eingetroffen – sehr malerisch auf einer Anhöhe inmitten von „Olga Felsen“ gelegen und wieder um einen der Felsen herum erbaut bzw. diesen integriert. Gleiches luxuriöses Zimmer, Swimmingpool mit Ausblick auf Serengeti und leckeres Abendessenbüffet – Balsam für meinen von Schotter/Schüttelpisten und 15h Fahrzeit geschundenen Körper...
Unterschied von Tanzania zu Kenia: das Klientel. Kenia ist mehr das „Thailand“ von Afrika, wohingegen nach Tanzania das betuchtere noblere Klientel zu kommen scheint. Auch bei der Fahrt über Land bis zum Serengeti Gate Unterschiede in der Bevölkerung bemerkt: die Tanzanier sind viel geselliger, versammeln sich in ihren Dörfern auf einen Ratsch oder um Poolbillard zu spielen (ja – es gibt Poolbillardtische in den Dörfern, mit Bambusdächern geschützt gegen Regen). Tansania ist – im Gegensatz zu den Nachbarländern – auch die einzige Demokratie.


Seit 1961 in die Unabhängigkeit entlassen, gab´s allerdings bis 1997 nur eine Partei und einen TV Sender, quasi Kommunismus...auch die ganzen Lodges waren bis vor ein paar Jahren alle in staatlicher Hand. In Sachen Tourismus hat Tanzania noch viel aufzuholen und ist gerade dabei, sich einen Platz im Tourismusgeschäft zu schaffen. Im Serengeti Nationalpark gibt es nur eine Handvoll Lodges (die alle  in den 70er Jahren erbaut wurden) und es dürfen aus Naturschutzgründen (mal eine gute Massnahme) auch nicht mehr gebaut werden. Positiv ist die Einstellung der Tansanier: Bestechung ist hier unüblich (ich schlug vor, den Posten am Serengeti Gate doch mit 10 USD zu bestechen – wie das in Rest Afrika so üblich ist – damit er uns ggf. noch zu der späten Stunde in den Park lässt), was mein Guide ganz entsetzt ablehnte. Im Gegensatz zur Masai Mara ist es in der Serengeti auch streng verboten, an den Picknickplätzen die Vögel oder Affen mit Lebensmittelresten oder Krumen zu füttern – sehr gute Ansätze, die Tanzanier können es im Tourismusgeschäft noch weit bringen !
In den Nationalparks gibt es selbst an den entlegensten Ecken „Restrooms“ mit Toilettenspülung, und bei allen wird morgens ein „Klomann“ abgesetzt von der Parkverwaltung, der den ganzen Tag über dafür sorgt, dass alles tiptop ist (ich hoffe, dass ihn am Abend auch wieder jemand abholt, die Löwen hier sind sehr hungrig).







13. Tag / 27OCT Masai Mara - Serengeti

Hm hm…was soll es mir sagen, dass diese Nacht ein Massai Krieger vor meinem Zelt und das der benachbarten Spanier (die Inder sind zum Glück abgereist) mit einem kleinen Feuer gewacht hat ? Löwen vertreiben oder unsere Bedenken zerstreuen ? Auf jeden Fall noch in einem Stück erwacht und um 6.30 Uhr – wie von Policarp anberaumt – abfahrbereit.
Einmal Höllentrip quer durch die Masai Mara und mehr...4x im Schlamm steckengeblieben und beim letzen Mal erst nach 2h und gerade mal so wieder herausgekommen...4h zu spät an tansanischem Grenzübergang angekommen (16 Uhr) und an tansanischen Kollegen  übergeben worden, Weiterfahrt bis zum Gate des Serengeti Nationalparks und durch gutes Zureden durften wir noch passieren (normalerweise darf nach 16 Uhr niemand mehr in den Park einfahren). Unfreiwilliger nächtlicher Gamedrive durch die Serengeti (Hippos laufen nachts tatsächlich sehr aktiv ausserhalb des Wassers umher und liegen nicht nur faul dort rum), um 21.30 Uhr – 15h nach dem Aufbruch heute morgen und nur durch erzwungene, „im Schlamm steckengeblieben“ Pausen unterbrochene Fahrt endlich in der „Serengeti Serena Lodge“ eingetroffen. Die hatten Mitleid, haben mich noch mit Abendessen verpflegt und dann ging es sofort ab in den Komaschlaf.
Vom Luxus in der Lodge und im Zimmer total überwältigt – gestärktes Leinen, mit der Maschine (und nicht mit braunem Wasser aus dem Bach) gewaschene Bettwäsche und Handtücher (frisch duftende), eine neue harte Matratze, warmes sauberes Wasser in einem blitzeblanken Bad mit funktionierender Toilettenspülung, Fussboden & Einrichtung aus schönem blankpolierten dunklen Holz..und zur Abwechslung mal kein Moskitonetz (ich war zugegebenermassen anfangs etwas skeptisch, aber nein – es gab wirklich keine Moskitos. Mein Guide – Dearson – hat mir später erklärt, aufgrund des Windes und der Witterungsbedingungen könnten sich die Moskitos in der Serengeti nicht halten. Super Sache !). Zivilisation ist ab und zu doch was Feines !
Nachtrag zu der Fahrt:
Als Fahrer hat Policarp an dem letzten Tag glatt versagt. Es hatte in der Nacht zwar geregnet, war aber die erste Tageshälfte trocken, Regen gabs dann erst ab Mittag. Unsere Fahrt ging 200km quer durch die Masai Mara, auf unbefestigten Wegen, und danach noch mal 200km auf - nennen wir es mal Teerstrasse, durchsetzt mit Untiefen – bis zur tansanischen Grenze. Die unbefestigten Wege waren mit metertiefen Löchern übersät, Wellblechpisten oder teilweise total verschlammt, mit tiefen Fahrrinnen. Policarp schaffte es immer zielsicher, unseren Nissan Minivan (das so ziemlich ungeeignetste Gefährt für diese Strassenbedingungen) mit größtmöglicher Schräglage durch die tiefsten und schlammigsten Pfützen zu fahren. Mit dem Ergebnis, dass wir früher oder später total steckenblieben (mit oder ohne Drehen um die eigene Achse). Beim ersten Mal kam kurz danach ein Jeep vorbei, der uns mit Abschleppseil aus dem Schlamm (der war so zäh und klebrig, hätte man ohne weiteres als Kleber patentieren können) herausziehen wollte. Leider riss unser Abschlepp-Seil. Jeep fuhr unverrichteter Dinge weiter. Geholfen haben uns dann zwei sehr nette Kenianer, die selbst grad mit ihrem Van die Strasse entlangkamen. Supergeduldig haben sie 1,5h lang an unserem Van rumgegraben und alle Methoden ausprobiert, bis er sich wieder vom Fleck bewegte. Als wir kurz darauf wieder steckenblieben (die Schlammstrecke zog sich über einige Hundert Meter), rettete uns ein Traktor, das dritte Mal war es reine Manpower (ein Truck mit Feldarbeitern kam gerade vorbei) und das vierte Mal waren wir leider mutterseelenallein in der Mitte der Masai Mara...Policarp hatte es geschafft, die Frontseite des Vans kopfüber in den Graben zu setzen (er dachte, er könnte da einfach „drüber fahren“, nachdem es uns auf der Strasse quergestellt hatte und der Hinterreifen mal wieder feststeckte). Ewigkeiten später und nur durch tatkräftige Hilfe eines Masai Hirten und der Fahrer eines entgegenkommenden Trucks (sie mussten uns helfen, weil wir ihre Strasse blockiert haben und sonst kein Durchkommen für sie war J) den kopfüber hängenden Van wieder flott gemacht. Wir alle von oben bis unten mit schwarzem klebrigem Schlamm bespritzt vom Ausgraben und Anschieben. Den Rest der Strecke fuhr Policarp so halsbrecherisch durch sämtliche Löcher und über die mörderischen Bodenschwellen (davon gibt’s in Kenia echt zu viele, durch jeden Ort hindurch mindestens gefühlte 20 in einer Höhe von 1m), dass der Van nur noch aus dem letzten Loch gepfiffen hat. An der Grenze wurde ich dann an meinen neuen Guide – Dearson – übergeben, der – 3 Kreuze – endlich mal ein anständiges Auto fuhr – einen Toyota Landcruiser !!!! Und der mich – trotz schlammverkrustet – auch noch in sein sauberes Auto einsteigen liess. Den Rest der Strecke schwebten wir (so fühlte es sich zumindest im Vergleich zu davor an) bis zu der „Serena Wildlife Lodge“.
Also, zugegeben – das Wetter war nicht ganz so sonnig wie sonst, ca. 20 Grad und bewölkt. Die Massai´s, die wir unterwegs trafen bzw. durch deren Dörfer wir fuhren, muteten mit Wollmützen und Trenchcoat über ihrer Stammestracht aber doch etwas seltsam an J.

12. Tag / 26OCT Masai Mara

Mitten in der Nacht durch heftiges Löwengebrüll geweckt worden. RICHTIG laut. Also, Löwen im Rudel vor einem oder auf einem Baum liegend tagsüber vom Minivan aus zu beobachten ist eine Sache – aber sie nachts direkt am Bach hinter dem Camp zu haben, nur getrennt durch die dünne Zeltwand eine ganz andere ! Und der Satz aus meinem Reiseführer: „Alle Tiere Afrikas respektieren ein geschlossenes Zelt“ (nach dem Motto „wir müssen leider draussen bleiben“) hat auch nicht wirklich weitergeholfen....Buuuaaaa...unheimlich.
Aufbruch zum Ganztagesgamedrive gegen 7.45 Uhr. Wetter: blauer Himmel, leichte Schäfchenwolken, warm (sobald Sonne rauskommt, nachts hat es dann um die 10 Grad). Und: Masai Mara ist einfach der Hit, an einem einzigen Tag alle „Big Five“ gesehen !!! Einen Gepard, Löwen sowieso jede Menge, und als unschlagbarer Tageshöhepunkt: zwei Leoparden, die auf einem kleinen Sandhügel majestätisch thronten und sich bewundern liessen. Wunderschön. Was nicht heisst, dass die Giraffenherden (je 10 Stück), die Hippos, Büffel, kapriolenden Babyzebras, Topis, Impalas, Dik Diks, Mongoos, Elefantenherden (hab ich noch was vergessen ? Bestimmt !) nicht auch beeindruckend gewesen wären J.
Und die meisten davon hatten auch gerade Junge, die in der Gegend herumhopsten, einfach nur noch süß (very playful, wie mein Guide immer so schön zu sagen pflegt). Und wir: mittendrin zwischen den verschiedenen Tieren, wir waren quasi jeweils einer von ihnen J. Die ganzen Safari Fahrzeuge sind alle mit einem VHF Funk ausgerüstet und teilen sich gegenseitig mit, wo es gerade was zu sehen gibt...ansonsten bei einer Größe von 1500m2 vielleicht doch ein schwieriges Unterfangen, die ganzen Tiere an einem Tag aufzuspüren.
Rückkehr zum Camp gegen 17 Uhr. Dusche nach dem langen Tag wäre nett gewesen, aber: es hat gerade mal wieder kein Wasser (das kennen wir ja schon).
Den ganzen Tag war das Wetter prima, jetzt ziehen dunkelste Wolken auf und es sieht nach Weltuntergang aus. Und ich dachte schon, es würde nie regnen in der Masai Mara J. Als das Wasser später im Zelt doch wieder fliesst, ist es eine braune Brühe – Originalfarbe wie im Bach hinter dem Zelt – die einen das mit der Dusche noch mal überdenken lässt....

Was ich bisher noch gar nicht wirklich erwähnt habe: das afrikanische Essen.
Regel Nummer 1 beim Essen: komplette Verdrängung der Umstände, die zum fertigen Essen führen. Also z.B. das verwendete Wasser (aus dem braunen Bach hinter den Hütten), die Herkunft und der Transport/Aufbewahrung der Lebensmittel (auf Moped oder offenem Laster, auf Markt am Boden und/oder in der prallen Sonne liegend, Fleisch offen an Ständen in Sonne und Staub hängend, die Zubereitung der Speisen in den –nennen wir es einfach „nicht sauberen“- Küchen etc. etc. – Ihr wisst schon was ich meine), Wenn man den Fehler macht, daran zu denken, kann man sich aufgrund der Hygieneverletzungen und möglichen Folgen gleich schon mal ins Hospital einliefern lassen (ups- es gibt ja in den meisten Gegenden hier gar keins).
Wenn man es also schafft, das alles zu verdrängen und sich nur auf die vor einem liegenden Speisen konzentriert, findet man zumeist folgendes: Kartoffeln (gekocht/gebraten), diverses Gemüse (Karotten, Spinat, Zwiebeln und ein paar ähnliche mir nicht bekannte Gemüsesorten), manchmal Reis, etwas aus Maismehl gemachtes und Rindfleisch/Huhn in Stücken und meistens in einer braunen Sosse. Die Beilagen schmeckten soweit durchgehend alle sehr lecker. Das Fleisch wollte ich eigentlich aus den unter „Regel Nummer 1“ genannten Gründen nicht verzehren – hab es aber in Uganda nicht über´s Herz gebracht, den sanften Ugandern - die einem treuherzig und so freundlich gegenübertraten und sich von einer Maismahlzeit pro Tag ernähren und wahrscheinlich nur einmal im Monat ein Huhn oder Rindfleisch zu Gesicht bekommen – meinen Teller mit nichtaufgegessenem Fleisch wiedermitzugeben L. Also Augen zu und durch und Fleisch gegessen – hat sogar ganz gut geschmeckt, und Verzehr blieb bis jetzt ohne Folgen J.



11. Tag / 25OCT Lake Nakuru – Masai Mara

Früh durch Verkehrslärm (statt den gewohnten Tierlauten der Wildnis) wach geworden. Frühstück & Aufbruch um 7.30 Uhr zur Masai Mara. Sonniges Wetter mit leichten Wolken, sehr warm. Policarp – genauso wie auch Sam – kam wieder superadrett angezogen daher (ganz im Gegensatz zu mir mit meiner immer gleichen Cargo/Trekkinghose und T-Shirt).
Gefühlte 2 Tage und 3 Schleudertraumata später (14.30 Uhr in der realen Zeit) im Masai Mara Manyatta Camp eingetroffen. Bis zur Hälfte der Strecke schöne angenehme Teerstrasse, danach nur noch schlimmste Schüttel / Schotter /Wellblechpiste und/oder mit eingestreuten Asphaltresten (und umso tieferen Löchern drumrum). Auf dieser Strecke wurde jeder Knochen einzeln einmal durchgeschüttelt und an einen neuen Platz gestellt. Meine Hände sind jetzt – 2h später – noch ganz verkrampft vom Festhalten. Dass es superheiss und extrastaubig war, muss ich nicht extra noch erwähnen. Und dass die Wellblechpiste im Tempo 80 genommen wurde (ja, macht die Bodenwellen – so überhaupt möglich – besser erträglich. Andererseits berücksichtigt es nicht die trotzdem eingestreuten tiefen Schlaglöcher, Ausweichen aufs Bankett etc. und Wagen gerät dauernd ins Schlingern/kaum zu steuern).
Camp ist im wahrsten Sinn des Wortes ein sehr „basic camp“, mutet eher an wie ein working camp für schwer erziehbare Jugendliche in Amerika mit zementierter Nasszelle. Generatorzeiten (d.h. Strom/Licht): 18.30-22.00 Uhr. Essen: in drei Alubehältnissen, Nudeln, Reis und Sosse mit etwas undefinierbarem (Beefstückchen ?) darin. Hat aber eigentlich ganz ok geschmeckt.
Wieder wie bereits bekannt Zelte aufgestellt unter Holzüberdachung. Aber leider kein Blick auf Kilimandscharo o.ä. Dafür haben wir als unmittelbare Nachbarn ein Dorf mit Original Massai. Im Dorf ist gerade Markt, bei der Anfahrt sah man nur noch überall rotgekleidete Masai´s und ihre bunt gekleideten Frauen herumwuseln, richtig schön farbenfroh in der trockenen braunen Savanne.
Auf dem Weg zur Masai Mara hatten wir auch einen Zwischenstop in Narok-Massai Town. Feststellung: Massais sind wirklich gross. RIESENGROSS. Kam mir als Zwerg vor beim durch die Stadt gehen. Strassenbild geprägt von geschäftigen Massais, Standardausstattung: ein Handy in der Hand/am Ohr. Strassenbild: buntes Treiben und etlichen Geschäften von allem Möglichen, und Massai in Anzügen und mit den rieeesigen geweiteten Ohrlöchern dazu – sehr ungewöhnliche Optik.
Stadt hat nicht mal geteerte Strassen, ist eher ein belebter Ort, aber merke: es gibt einen Massai, der Parkgebühren kassiert und sogar einen vorgedruckten Zettel dafür aushändigt, wenn man am Strassenrand parkt.
Die restliche Fahrt war geprägt von brauner eher eintöniger Landschaft, ab und zu leichte Hügel, viele Blechhütten (bunt gestrichen, Werbung), alles immer voll Staub und in Staubwolken, viel Müll (a la indische Slums), viele Kühe, Ziegen und Esel am Strassenrand. Später (ab Schüttelpistenbeginn) dann auch Massai mit ihren Viehherden.
Was ich in diesem Urlaub einmal so richtig und exzessiv gebrauche: mein „Himmelbett-Moskitonetz“. Obwohl tagsüber nie welche zu sehen sind, und es nachts angenehm frisch ist überall, gibt es sie gerade nachts dennoch. In der Kibu Safari Lodge sprühten sie sogar die Zelte – trotz vorhandener Moskitonetze – mit irgendeinem Gift ein abends (während die Touristen nichtsahnend beim Essen sitzen). Bisher mit nur 2 Stichen sehr verschont geblieben, und das gute 50% DEET Spray noch kaum verwendet.
Obligatorischer Spätnachmittags-Gamedrive in die Masai Mara. Masai Mara ist ein wahrer Tummelplatz aller Spezien – Gnuherden, Impala gemischt mit Zebraherden, Giraffen, Elefanten, Büffel und: jede Menge Löwen !! 3 Löwengruppen aus nächster Nähe zugesehen (insgesamt 17 Löwen), die erste bestehend aus 2 Löwinnen mit lauter spielenden und sich balgenden Jungtieren, die zweite aus dem Rudelführer mit Löwinnen (inkl. Paarung vor den Augen der zusehenden anderen Löwen und Touristen J).
Bei Ankunft im Camp war ich  mal wieder die einzige, aber beim Abendessen stellt sich dann heraus, dass doch noch 2 andere Parteien anwesen waren: ein spanisches Pärchen und eine typische indische Grossfamilie (musste das sein ?)-herrisch, fordernd, laut, und ihr indisches Englisch schallte über das ganze Camp (wenn ich irgendwohin hätte fliehen können, hätte ich es getan, aber die dünnen Zeltwände helfen nicht wirklich).





Montag, 24. Oktober 2011

10. Tag / 24OCT Amboseli Nationalpark – Lake Nakuru

Von Sonnenaufgang und Blick auf wieder komplett wolkenfreien Kilimandscharo geweckt worden. Nach einem frühen Frühstück um 7 Uhr Abschied von dem tollen Berg und Aufbruch ins nördliche Kenia, zum Lake Nakuru.
Fahrt (nach der anfänglichen ersten  halben Stunde Schüttelpiste von der Kibu Lodge weg) recht angenehm. Kenia hat tatsächlich durchgehend geteerte Hauptstrassen ohne jegliche Löcher. Landschaft Savannenartig und staubtrocken, viele Esel am Strassenrand. Wir befinden und wieder auf der „Hauptverkehrsader“, ein abenteuerlicher Truck reiht sich an den anderen – sie alle transportieren alle Arten von Waren von Mombasa direkt nach Uganda.
Kenianische Fahrweise ist das Recht des Stärkeren, der kleiner weicht aus/verliert. Die ugandische Fahrweise ist etwas zuvorkommender: alles was sich vor einem auf der Strasse bewegt (Mopeds, Fahrräder etc.) wird angehupt, an den äussersten Fahrbahnrand abgedrängt, aber dann ultravorsichtig passiert.
Kurz vor Erreichen von  Nairobi bei einem Blick in die Zeitung festgestellt, dass „High Security Alert“ ausgelöst wurde in der Stadt wegen befürchteter Terror-Anschläge von Al Shabaab´s (Somalia Konflikt), US Botschaft wird Reisewarnung herausgeben, Hotels wurden auf Verdächtiges und mit Hunden durchsucht – das auf der Titelseite der Zeitung gezeigte Hotel war dabei meines von vor 2 Tagen.
Bei einer kurzen Rast in Vorort von Nairobi flimmert es dann schon als Headerline über den Bildschirm – 14 Verletze bei Bombenanschlag durch die Terrorgruppe...
Schnell raus hier.
Um halb drei erreichen wir den Lake Nakuru Nationalpark und der obligatorische Gamedrive durch den Park steht an.

Highlights neben den üblichen Verdächtigen (Gnu´s, Zebras, Impalas, Büffel, Strausse, Affen) sind Schwarze und Weisse Nasshörner, Horden von Pelikanen, rosa Flamingos (zwar nicht ganz so viele wie erwartet, aber immerhin. Rest ist aus See abgewandert, weil es wegen hohem Niederschlag nicht mehr so viele Algen gibt, von denen sich die rosa Flamingos ernähren) und drei Löwen, die es sich auf einem Baum bequem gemacht haben (wenn es schon keine baumkletternden Löwen in Isasha gab). Begegnung aus allernächster Nähe, wir sprechen von ganzen 3m – etwas unheimliches Gefühl, Löwen sahen mir direkt in die Augen und ich wusste, dass sie mich bereits als potentielles  Futter taxierten.
Noch zum Lookout Point auf einen Hügel mit traumhaften Blick über ganzen See und Nationalpark (214qm gross) und danach durch das Städtchen Nakuru im Hotel „Waterbuck“ eingecheckt. Mal wieder vier feste Wände um sich und durchgehend Licht ist auch ganz nett. Und siehe da – sie haben sogar WiFi, das erste Internet seit Ankunft !
Noch ein erster Vergleich nach 3 Tagen Kenia zu Uganda:
Uganda ist ursprünglicher, authentischer, die Bevölkerung tut alles, damit man einen angenehmen Aufenthalt hat und ihr Land in guter Erinnerung behält und weiterempfiehlt. Die Einwohner möchten den Krieg am liebsten einfach vergessen.
Kenia ist ein touristisch und auch sonst komplett erschlossenes Land, hier leben arm neben „reich“, die Slumviertel erinnern fast etwas an Indien, ein Mikrokosmos in sich.

9. Tag / 23OCT Amboseli Nationalpark

Kilimandscharo bei Morgenröte und komplett ohne jedes Wölkchen ! Und das ist der Blick von meinem Bett aus :).
Ganztages Gamedrive (7h) durch den Amboseli Park mit dem Minivan (er hat ein aufstellbares Dach, perfekt zum Wildtiere gucken). Alles was das Herz begehrt, nur die Leoparden hatten sich leider versteckt. Unmengen Elefanten, die sich im Sumpf aalten, Hippos, Giraffen und die bereits gestern erwähnten üblichen Verdächtigen u.v.m.
Mittagsstop auf dem „Observation Hill“ mit traumhafter Aussicht über den Amboseli Park, den See/die Sumpflandschaft und den Kilimandscharo im Hintergrund. Mitten im Park durch das Gelände einer verlassene Lodge gefahren , die jetzt zu „Baboon Town“ mutiert ist und nur noch von Affen bewohnt wird...wirkt etwas gespenstisch, aber interessant.
Die Hotelangestellten sind übrigens doch ganz nett (im Vergleich zu den Erfahrungen auf der Fahrt) und bemüht, aber kein Vergleich zu Uganda. Und das „Jambo“, das einem hier andauernd und zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit an den Kopf geworfen wird, werd ich bestimmt so schnell nicht mehr aus dem Gedächtnis kriegen.