Freitag, 4. November 2011

11. Tag / 25OCT Lake Nakuru – Masai Mara

Früh durch Verkehrslärm (statt den gewohnten Tierlauten der Wildnis) wach geworden. Frühstück & Aufbruch um 7.30 Uhr zur Masai Mara. Sonniges Wetter mit leichten Wolken, sehr warm. Policarp – genauso wie auch Sam – kam wieder superadrett angezogen daher (ganz im Gegensatz zu mir mit meiner immer gleichen Cargo/Trekkinghose und T-Shirt).
Gefühlte 2 Tage und 3 Schleudertraumata später (14.30 Uhr in der realen Zeit) im Masai Mara Manyatta Camp eingetroffen. Bis zur Hälfte der Strecke schöne angenehme Teerstrasse, danach nur noch schlimmste Schüttel / Schotter /Wellblechpiste und/oder mit eingestreuten Asphaltresten (und umso tieferen Löchern drumrum). Auf dieser Strecke wurde jeder Knochen einzeln einmal durchgeschüttelt und an einen neuen Platz gestellt. Meine Hände sind jetzt – 2h später – noch ganz verkrampft vom Festhalten. Dass es superheiss und extrastaubig war, muss ich nicht extra noch erwähnen. Und dass die Wellblechpiste im Tempo 80 genommen wurde (ja, macht die Bodenwellen – so überhaupt möglich – besser erträglich. Andererseits berücksichtigt es nicht die trotzdem eingestreuten tiefen Schlaglöcher, Ausweichen aufs Bankett etc. und Wagen gerät dauernd ins Schlingern/kaum zu steuern).
Camp ist im wahrsten Sinn des Wortes ein sehr „basic camp“, mutet eher an wie ein working camp für schwer erziehbare Jugendliche in Amerika mit zementierter Nasszelle. Generatorzeiten (d.h. Strom/Licht): 18.30-22.00 Uhr. Essen: in drei Alubehältnissen, Nudeln, Reis und Sosse mit etwas undefinierbarem (Beefstückchen ?) darin. Hat aber eigentlich ganz ok geschmeckt.
Wieder wie bereits bekannt Zelte aufgestellt unter Holzüberdachung. Aber leider kein Blick auf Kilimandscharo o.ä. Dafür haben wir als unmittelbare Nachbarn ein Dorf mit Original Massai. Im Dorf ist gerade Markt, bei der Anfahrt sah man nur noch überall rotgekleidete Masai´s und ihre bunt gekleideten Frauen herumwuseln, richtig schön farbenfroh in der trockenen braunen Savanne.
Auf dem Weg zur Masai Mara hatten wir auch einen Zwischenstop in Narok-Massai Town. Feststellung: Massais sind wirklich gross. RIESENGROSS. Kam mir als Zwerg vor beim durch die Stadt gehen. Strassenbild geprägt von geschäftigen Massais, Standardausstattung: ein Handy in der Hand/am Ohr. Strassenbild: buntes Treiben und etlichen Geschäften von allem Möglichen, und Massai in Anzügen und mit den rieeesigen geweiteten Ohrlöchern dazu – sehr ungewöhnliche Optik.
Stadt hat nicht mal geteerte Strassen, ist eher ein belebter Ort, aber merke: es gibt einen Massai, der Parkgebühren kassiert und sogar einen vorgedruckten Zettel dafür aushändigt, wenn man am Strassenrand parkt.
Die restliche Fahrt war geprägt von brauner eher eintöniger Landschaft, ab und zu leichte Hügel, viele Blechhütten (bunt gestrichen, Werbung), alles immer voll Staub und in Staubwolken, viel Müll (a la indische Slums), viele Kühe, Ziegen und Esel am Strassenrand. Später (ab Schüttelpistenbeginn) dann auch Massai mit ihren Viehherden.
Was ich in diesem Urlaub einmal so richtig und exzessiv gebrauche: mein „Himmelbett-Moskitonetz“. Obwohl tagsüber nie welche zu sehen sind, und es nachts angenehm frisch ist überall, gibt es sie gerade nachts dennoch. In der Kibu Safari Lodge sprühten sie sogar die Zelte – trotz vorhandener Moskitonetze – mit irgendeinem Gift ein abends (während die Touristen nichtsahnend beim Essen sitzen). Bisher mit nur 2 Stichen sehr verschont geblieben, und das gute 50% DEET Spray noch kaum verwendet.
Obligatorischer Spätnachmittags-Gamedrive in die Masai Mara. Masai Mara ist ein wahrer Tummelplatz aller Spezien – Gnuherden, Impala gemischt mit Zebraherden, Giraffen, Elefanten, Büffel und: jede Menge Löwen !! 3 Löwengruppen aus nächster Nähe zugesehen (insgesamt 17 Löwen), die erste bestehend aus 2 Löwinnen mit lauter spielenden und sich balgenden Jungtieren, die zweite aus dem Rudelführer mit Löwinnen (inkl. Paarung vor den Augen der zusehenden anderen Löwen und Touristen J).
Bei Ankunft im Camp war ich  mal wieder die einzige, aber beim Abendessen stellt sich dann heraus, dass doch noch 2 andere Parteien anwesen waren: ein spanisches Pärchen und eine typische indische Grossfamilie (musste das sein ?)-herrisch, fordernd, laut, und ihr indisches Englisch schallte über das ganze Camp (wenn ich irgendwohin hätte fliehen können, hätte ich es getan, aber die dünnen Zeltwände helfen nicht wirklich).





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